Die wichtigsten Punkte für den Kauf auf einen Blick
- Evoque Cabrio gebraucht nur mit lückenloser Historie, sauberem Verdeck und nachvollziehbarer Wartung.
- Am sinnvollsten ist meist der 2.0-Diesel mit 150 oder 180 PS, wenn das Auto nicht fast nur Kurzstrecke gesehen hat.
- Der Kofferraum bleibt mit 251 Litern erstaunlich brauchbar, aber die Rücksitze sind klar für zwei Personen und eher für kurze Strecken gedacht.
- Aktuelle Angebote liegen grob um 26.000 Euro, gute Fahrzeuge mit wenig Kilometer kosten deutlich mehr.
- Bei der Probefahrt müssen Dach, Feuchtigkeit, Getriebeverhalten und Geräusche aus dem Heckbereich absolut unauffällig sein.
Warum dieses Cabrio mehr Kompromiss als Vernunft ist
Ich sehe das Evoque Cabrio als Nischenauto mit echtem Charakter. Es verbindet die erhöhte Sitzposition eines kompakten SUVs mit einem Stoffverdeck, das sich schnell öffnen und schließen lässt: 18 Sekunden zum Öffnen, 21 Sekunden zum Schließen, sogar während der Fahrt bis etwa 48 km/h. Das ist im Alltag praktischer, als viele erwarten, weil man nicht jede Wetterpause planen muss.
Spannend ist auch, dass das Auto nicht bloß auf Show getrimmt wurde. Land Rover hat dem offenen Evoque eine 251-Liter-Heckablage belassen, außerdem vier Sitze und eine echte Allrad- und Geländelogik mitgegeben. Die offizielle Technik umfasst Terrain Response, Bergabfahrhilfe und eine Wattiefe von bis zu 500 mm. Das heißt nicht, dass ich damit ernsthaft ins Gelände fahren würde, aber für Schneematsch, Forstwege oder eine nasse Zufahrt fühlt sich das Auto deutlich weniger empfindlich an als ein klassisches Cabrio.
Gleichzeitig sollte man die Grenzen kennen. Das Cabrio ist schwerer und steifer als das normale Modell, und genau das merkt man beim Antritt und auf schlechten Straßen. Für mich ist es deshalb kein Auto für den pragmatischen Vernunftkauf, sondern für Menschen, die ein sehr spezielles Nutzungsmuster haben: offen fahren, stilvoll auftreten, gelegentlich abseits der üblichen Straßen unterwegs sein. Genau dafür lohnt sich jetzt der Blick auf die Antriebe und Baujahre.
Welche Baujahre und Motoren ich bevorzuge
Auf dem Gebrauchtmarkt findest du vor allem Fahrzeuge aus dem mittleren und späten Bauzeitraum des ersten Evoque-Cabrios. Für mich zählt dabei weniger die Farbe als die Kombination aus Motor, Getriebe und dokumentierter Nutzung. Besonders wichtig: Das Cabrio trägt durch die Versteifungen spürbar mehr Masse, in Testfahrten war von rund 280 kg Zusatzgewicht die Rede. Deshalb ist ein zu schwacher Antrieb schnell frustrierend.| Variante | Mein Urteil | Worauf ich achte |
|---|---|---|
| 2.0 Diesel mit 150 PS | Vernünftig, aber nicht spritzig | Gut bei viel Landstraße und Ruhe im Alltag; in der Stadt und bei Kurzstrecken nur zweite Wahl |
| 2.0 Diesel mit 180 PS | Mein Favorit für die meisten Käufer | Etwas mehr Reserve, entspannteres Reisen, meist die bessere Balance aus Verbrauch und Laufkultur |
| 2.0 Benziner mit 240 PS | Emotionale Wahl | Interessant, wenn du wenig fährst und den Mehrverbrauch bewusst akzeptierst |
| 9-Gang-Automatik | Gut, wenn sie sauber schaltet | Erste Produktionsjahre mit Ruckeln oder Aussetzern nur nach sehr gründlicher Probefahrt kaufen |
Wenn ich wählen könnte, würde ich beim Diesel eher zum stärkeren der beiden Aggregate greifen. Der 150-PS-Diesel reicht zwar, aber das Auto fühlt sich damit nie leichtfüßig an. Der 180-PS-Diesel passt besser zur Charakteristik des Evoque Cabrio, vor allem wenn du auch mal mit Gepäck unterwegs bist oder das Fahrzeug nicht nur im Sommer bewegst. Den Benziner würde ich nur nehmen, wenn dir Fahrgefühl und Emotion wichtiger sind als Kosten pro Kilometer.
Ein Punkt, den viele unterschätzen: Das frühe Zusammenspiel aus neuem Getriebe und zusätzlichem Gewicht war nicht immer perfekt. Deshalb ist bei jedem Auto mit Automatik ein sauberer Lastwechsel Pflicht, besonders aus dem Stand, beim Rangieren und beim zügigen Beschleunigen. Wenn du dabei Ruckeln, Hängenbleiben oder unentschlossene Schaltvorgänge spürst, suche ich weiter. Als Nächstes prüfe ich immer das Dach und die Karosserie, weil dort die echten Gebrauchtwagenrisiken sitzen.

Worauf ich bei Dach, Karosserie und Innenraum zuerst schaue
Beim offenen Evoque ist das Verdeck kein Detail, sondern der Kern des Autos. Ich lasse es deshalb immer mindestens einmal komplett öffnen und wieder schließen, am besten bei laufendem Motor und dann ein zweites Mal nach einem Neustart. Das Dach sollte gleichmäßig laufen, ohne Haker, ohne auffällige Geräusche und ohne Warnmeldungen. Wenn die Mechanik stockt oder das Verdeck nicht sauber in Endposition geht, ist das ein echtes Warnsignal.
Verdeck und Dichtungen
Ich achte auf saubere Übergänge an den Dichtungen, auf gleichmäßige Spaltmaße und auf Spuren von Feuchtigkeit an den Kanten. Gerade bei einem Cabrio sind kleine Undichtigkeiten am Anfang unscheinbar, werden aber später teuer. Ein gutes Auto riecht trocken, nicht modrig. Auch ein Blick auf die hinteren Seitenbereiche und den Bereich unter der Heckklappe lohnt sich, weil sich dort Feuchtigkeit gern zuerst zeigt.
- Verdeck mehrmals vollständig fahren lassen.
- Auf ungleichmäßige Endlagen oder Warnmeldungen achten.
- Dichtungen an Seiten und Heck auf Risse, Härte und Verzug prüfen.
- Bei Regen oder nach der Waschanlage auf nasse Stellen im Innenraum achten.
Feuchtigkeit und Heckbereich
Ich prüfe Fußraum, Kofferraum und die seitlichen Verkleidungen besonders gründlich. Bei offenen Modellen ist Wasser nicht automatisch ein Defekt, aber Feuchtigkeit an untypischen Stellen ist immer verdächtig. Wenn die Heckklappe, die Rückleuchten oder die hinteren Ablagen bereits Spuren von Kondenswasser oder Schimmel zeigen, würde ich sehr genau nach Reparaturen fragen. Ein gepflegtes Cabrio kann alt werden, ein feuchtes sehr schnell teuer.
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Innenraum und Elektrik
Der Innenraum wirkt hochwertig, hat aber seine empfindlichen Stellen. Die Mittelkonsole ist relativ weich, und die Gurtpeitsche kann dort Spuren hinterlassen. Ich prüfe außerdem Infotainment, Fensterheber, Sitzverstellung, Rückfahrkamera und alle Schalter im Dachbereich. Die schlechte Rundumsicht gehört konstruktionsbedingt dazu, deshalb ist eine funktionierende Kamera wichtiger als bei vielen anderen Autos.
Wenn Dach, Dichtungen und Innenraum sauber wirken, ist schon viel gewonnen. Dann geht es im nächsten Schritt um die typischen Schwachstellen, die bei diesem Modell den Unterschied zwischen gutem Kauf und teurer Überraschung ausmachen.
Typische Schwachstellen und laufende Kosten
Beim Evoque Cabrio geht es nicht nur um die eine große Schwachstelle, sondern um die Summe kleiner Risiken. Ich würde das Auto deshalb nur mit sauberem Wartungsnachweis kaufen und nie mit der Hoffnung, dass „schon nichts sein wird“. In Testberichten und Besitzererfahrungen tauchen vor allem Diesel-Themen, Elektronikzicken und Dachmechanik auf.
- Diesel und Kurzstrecke: Wer das Auto fast nur kalt bewegt hat, riskiert Probleme mit Dieselpartikelfilter, AGR und Sensorik. Das ist kein Drama, aber genau deshalb ist das Fahrprofil wichtig.
- Getriebe: Die 9-Gang-Automatik muss sauber und vorhersehbar schalten. Zögerliches Anfahren, Ruckeln oder unklare Gangwechsel sind ein Kaufstopper.
- Keyless-Zugang: Bei manchen Fahrzeugen macht der schlüssellose Zugang Ärger. Ich teste jede Tür, jede Verriegelung und das Startverhalten mehrfach.
- Innenraumverschleiß: Kratzer, abgenutzte Schalter und lose Verkleidungen verraten oft eine härtere Nutzung, als der Kilometerstand vermuten lässt.
- Dach und Elektrik: Probleme an der Verdecklogik oder Warnmeldungen rund um die Dachverriegelung sollte man nie wegdiskutieren.
Bei den laufenden Kosten gibt es ebenfalls keine Wunder. Eine große Inspektion wurde in Gebrauchtwagenberichten mit im Schnitt rund 680 Euro genannt, und ich würde bei einem älteren Auto grundsätzlich eine Reserve von 1.500 bis 2.500 Euro einplanen, falls Bremsen, Reifen, Batterie oder kleinere Elektrikarbeiten bald anstehen. Das ist nicht übertrieben, sondern schlicht realistisch für ein Premium-Cabrio mit Allradtechnik.
Wer das Auto nur über den Preis bewertet, macht schnell einen Fehler. Deshalb lohnt als Nächstes der nüchterne Blick auf das aktuelle Marktumfeld in Deutschland.
Was er 2026 kostet und wann ein Angebot fair ist
Der Gebrauchtmarkt ist klein, aber nicht leer. In aktuellen Marktübersichten sehe ich rund 63 Angebote für die Cabrio-Baureihe, mit einem Durchschnittspreis von etwa 26.002 Euro. Die Spanne reicht dabei aktuell von ungefähr 17.439 bis 36.448 Euro. Das ist breit genug, um solide Autos von fragwürdigen Schnäppchen zu unterscheiden.
| Laufleistung und Zustand | Grobe Preisspanne | Mein Eindruck |
|---|---|---|
| Hohe Laufleistung, älter, einfache Ausstattung | 17.500 bis 24.500 Euro | Nur interessant, wenn Wartung, Dach und Getriebe sauber nachweisbar sind |
| Solide Fahrzeuge mit 60.000 bis 100.000 km | 24.500 bis 30.000 Euro | Das ist oft der vernünftigste Bereich für Käufer mit realistischem Budget |
| Gepflegte Exemplare mit wenig Kilometer und guter Ausstattung | 30.000 bis 36.500 Euro | Teuer, aber oft die bessere Wahl, wenn du wirklich lange Freude haben willst |
Ein Beispiel aus dem aktuellen Markt: Ein 2017er Diesel mit 95.000 km lag bei rund 25.799 Euro. Das zeigt ganz gut, wo die Realität derzeit liegt. Wirklich günstige Angebote sind meist nicht automatisch schlecht, aber sie verlangen mehr Recherche. Ich gehe bei solchen Fahrzeugen immer davon aus, dass irgendwo gespart wurde: bei Reifen, Wartung, Aufbereitung oder eben am Dach.
Für mich ist ein Preis fair, wenn das Auto nicht nur optisch überzeugt, sondern auch bei Unterboden, Dichtungen, Historie und Probefahrt keine Fragen offenlässt. Aus genau diesem Grund ist die nächste Frage wichtiger als der Preis allein: Passt der Evoque Cabrio überhaupt zu deinem Alltag?
Wann ich ihn kaufe und wann ich weiter suche
Ich kaufe dieses Auto, wenn jemand bewusst etwas Eigenständiges sucht und die typischen Premium-Cabrio-Komforts will, aber kein rein straßenorientiertes Modell. Das Evoque Cabrio passt gut zu Fahrern, die oft allein oder zu zweit unterwegs sind, im Alltag eine erhöhte Sitzposition schätzen und im Winter oder bei Nässe nicht auf Traktion verzichten möchten. Es funktioniert auch für leichte Outdoor-Routinen, etwa Wochenenden am See, im Mittelgebirge oder auf unbefestigten Zufahrten.
Ich suche weiter, wenn der Käufer maximale Vernunft will. Dann sind andere Autos schlicht besser: ein geschlossenes Evoque- oder Discovery-Sport-Modell, wenn Praktikabilität zählt, oder ein klassisches Cabrio, wenn die offene Fahrt im Mittelpunkt steht. Wer nur ein günstiges Premium-SUV will, zahlt hier zu viel für die Sonderform. Wer dagegen genau diesen Mix aus SUV, Cabrio und britischem Eigenwillen sucht, findet kaum etwas Vergleichbares.
- Gut passend: Stilkäufer, Wochenendfahrer, Menschen mit Lust auf ein seltenes Auto.
- Gut passend: Fahrer mit gemischtem Profil aus Stadt, Landstraße und gelegentlichen Winterfahrten.
- Schwach passend: Familien mit dauerhaftem Platzbedarf und viel Gepäck.
- Schwach passend: Vielfahrer mit viel Kurzstrecke und engem Wartungsbudget.
Mein Praxisurteil für den Gebrauchtkauf
Ich würde das Evoque Cabrio nur dann kaufen, wenn drei Dinge gleichzeitig stimmen: saubere Historie, sauberes Dach, sauberes Fahrprofil. Der Wagen darf gerne emotional sein, aber die Technik muss langweilig funktionieren. Vor allem beim Diesel zählt, ob das Auto wirklich Langstrecke gesehen hat. Bei einem ehrlichen, gepflegten Exemplar ist das Cabrio ein sehr spezieller Begleiter mit hoher Wiedererkennung und überraschend brauchbarer Alltagstauglichkeit.
- Wenn du Charakter willst, ist der Evoque Cabrio stark.
- Wenn du Wartungsruhe suchst, ist er nur bedingt die richtige Wahl.
- Wenn das Verdeck, die Elektrik und die Getriebeabstimmung einwandfrei sind, kann der Kauf sehr sinnvoll sein.
- Wenn der Preis zu gut wirkt, prüfe doppelt so genau.
Für mich bleibt das offene Evoque ein Herz-Kopf-Kauf mit klarer Linie: Ich würde ihn dann nehmen, wenn ich ein seltenes, auffälliges und technisch ehrlich geprüftes SUV-Cabrio suche. Genau in dieser Kombination ist es stark. Ohne diese Disziplin wird aus dem Charme schnell ein Kostenproblem.